Benjamin Britten (1900-1900)
War Requiem

Benjamin Brittens monumentales War Requiem ist eines der eindrucksvollsten musikalischen Zeugnisse des 20. Jahrhunderts zum Thema Krieg und Versöhnung. Im Mittelpunkt steht die mahnende Erinnerung an die Opfer von Gewalt und Krieg sowie der Appell an die Friedfertigkeit der Menschen. Ursprünglich als Gedenkwerk konzipiert, verbindet Britten die traditionellen lateinischen Messtexte für die Toten mit den erschütternd realistischen Antikriegsgedichten des englischen Dichters Wilfred Owen, der selbst im Ersten Weltkrieg gefallen war. Durch diese Verknüpfung entsteht ein hochdramatischer Dialog zwischen liturgischer Tradition und persönlichem Erleben, zwischen universaler Klage und individueller Stimme.

Die Uraufführung fand am 30. Mai 1962 in der neu errichteten Kathedrale von Coventry statt – an einem Ort mit außergewöhnlicher Symbolkraft: Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört worden. Mit der Einweihung des Neubaus und der Aufführung des War Requiem wurde ein unübersehbares Zeichen für Versöhnung gesetzt. Auch die internationalen Solisten aus den ehemals verfeindeten Nationen Großbritannien, Deutschland und Russland machten deutlich, dass dieses Werk über nationale Grenzen hinaus als künstlerischer Appell für Frieden und Gemeinschaft verstanden werden sollte.

Das Staatstheater Darmstadt bringt das War Requiem in Zusammenarbeit mit dem Konzertchor Darmstadt in einer groß besetzten Aufführung auf die Bühne und vereint dafür Solisten, Chor, Orchester sowie den Boys Choir der Coventry Cathedral. Zehn junge Sänger aus Großbritannien reisen eigens zu diesem Projekt an, wodurch die historische Verbindung zum Uraufführungsort eine berührende Fortsetzung findet. Mit dieser internationalen und vielschichtigen Besetzung entsteht eine eindrucksvolle Klangfülle, die Brittens Werk in seiner ganzen emotionalen und spirituellen Dimension erfahrbar macht.